Vorankündigung: 14. Deutscher Naturschutzrechtstag 2020 zum Thema „Die Biodiversität des Waldes und ihre rechtliche Sicherung“

am 16./17. März 2020 in Leipzig

Im Vorfeld des Tages des Waldes findet der 14. Deutsche Naturschutzrechtstag in Leipzig zum Thema „Die Biodiversität des Waldes und ihre rechtliche Sicherung“ statt. Sie wird vom Deutschen Naturschutzrechtstag e.V. in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ – und mit Unterstützung der Universität Leipzig, Institut für Umwelt- und Planungsrecht, veranstaltet. Das Tagungsprogramm finden Sie unter diesem Link.

In Deutschland ist knapp ein Drittel der Gesamtfläche von Wald bedeckt, die Forstwirtschaft ist damit nach der Landwirtschaft der zweitgrößte Landnutzer. Der DNRT wendet sich mit seiner Tagung am 16./17. März 2020 dem Recht des Waldes zu, um – wie zuvor 2018 bei der Landwirtschaft – einen fundierten Überblick über die Praxis und die Rechtsgrundlagen der (Forst-)Wirtschaft zu gewinnen. Der Fokus der Tagung liegt dabei nicht so sehr auf der globalen Rolle des Waldes als CO2-Senke und für den Klimaschutz; der Wald „an sich“ ist in Deutschland nicht -wie in Südamerika wegen der Umwandlung von Naturwäldern zu Agrarflächen bedroht, sondern in seiner Leistungsfähigkeit als naturnahes und biodiversitätserhaltendes Ökosystem. Bis zu 10.000 Tier- und Pflanzenarten und zahllose andere Lebewesen bilden im heimischen Wald komplexe Lebensgemeinschaften, die intensiven Eingriffen ausgesetzt sind. Mahnmal einer biodiversitätsvernichtenden Energiepolitik ist der verbliebene Rest des Hambacher Forsts. Die Anforderungen an eine biodiversitätserhaltende Bewirtschaftung werden aus ökosystemarer, fachlicher und technischer Sicht mit Beispielen aus guter forstlicher Praxis dargestellt. Deutschland ist Vertragsstaat des 1992 beschlossenen Übereinkommens über die biologische Vielfalt, als dessen europäische Umsetzung die FFH-Richtlinie (und die Vogelschutzrichtlinie) gelten.

Der Anteil nutzungsfreier Wälder soll laut der „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“ bis 2020 fünf Prozent der Waldfläche betragen. Wie dies bei einem Privatwaldanteil von 48 % bewerkstelligt werden soll, bedarf der Erklärung. Wie weit reicht die „Ökologiepflichtigkeit“ des Eigentums? Der Waldanteil der FFH-Flächen beträgt 60 %, denen damit eine Schlüsselrolle bei der Erhaltung der Biodiversität und der besonders geschützten Arten zukommt. Konflikte zwischen Forstwirtschaft und Naturschutz in Natura 2000 Gebieten sind bislang rechtlich kaum analysiert, weil sie als Internum der Forstverwaltung dargestellt werden.

Wegen der Interdisziplinären Ausrichtung der Tagung, die auch ökonomisches und ethisches Wissen verwertet, sind nicht nur Juristen und Naturschützer, sondern auch Forstleute und sonstige Interessierte willkommen. Für die Veranstaltung konnten wieder renommierte Referenten gewonnen werden, so dass auch die Diskussionen hohe Erträge erwarten lassen.

Zur Teilnahme am DNRT 2020 ersuchen wie Sie, das Anmeldeformular des UFZ zu verwenden.

Mächtige Uralt-Buche (Altersschätzung 250-300 Jahre) in dem urwaldartigen Bestand im mittleren Kamptal – vor dem Kahlhieb / Juni 2014 (Foto: Matthias Schickhofer)

Neuerscheinung: Landwirtschaft und Naturschutzrecht

Beiträge des 13. Deutschen Naturschutzrechtstages in Leipzig

Herausgegeben von Prof. Dr. Detlef CzybulkaProf. Dr. Wolfgang Köck

2019, 218 S. (broschiert)
ISBN 978-3-8487-5450-2

 

Dieser Band vereint Analysen der Entwicklungslinien im Verhältnis von Landwirtschaft(srecht) zum Naturschutzrecht mit einer Bestandsaufnahme über Produktionsstruktur und Stoffströme. Es wird gezeigt, dass der Biodiversitätsschwund der Kulturlandschaften und das Insektensterben zwangsläufig eintreten. Die hohe Leistungsfähigkeit der industrialisierten heutigen Landwirtschaft in Deutschland geht zu Lasten der Biodiversität der Äcker und Wiesen, auf denen zu zwei Dritteln für den Futtertrog produziert wird. Diese Fehlentwicklung ist nicht nur durch die Agrarsubventionen der EU, sondern auch mangels Steuerung durch nationales Recht eingetreten. Weder „gute fachliche Praxis“ noch naturschutzrechtliche Eingriffsregelung vermögen diesen Trend ohne konkrete Betreiberpflichten der Landwirte zu stoppen. Das Artenschutzrecht erweist sich als Placebo. Regelungsmöglichkeiten in einem neu zu konzipierenden Landwirtschaftsrecht oder im Naturschutzrecht werden aufgezeigt. Mit Farbabbildungen.

Mit Beiträgen von
Detlef Czybulka, Peter Fischer-Hüftle & Martin Gellermann, Ulrich Hampicke, Wolfgang Köck, Klaus Meßerschmidt, Stefan Möckel, Rudolf Mögele, Bernhard Osterburg, Ingmar Piroch, Eckard Rehbinder, Wolfgang Schumacher.

Der Tagungsband kann beim Nomos Verlag unter www.nomos-shop.de/40320 sowie bei Fachbuchhandlungen bezogen werden.

Bericht vom 13. Deutschen Naturschutzrechtstag 2018 in Leipzig

Der 13. Deutsche Naturschutzrechtstag hat vom 25. bis 26. April 2018 in Leipzig im Leipziger KUBUS zum Oberthema „Naturschutzrecht und Landwirtschaft“ mit etwa 120 Teilnehmern aus allen betroffenen Bereichen stattgefunden. Er wurde vom DNRT in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) Department Umwelt- und Planungsrecht (Prof. Wolfgang Köck) und der Universität Leipzig veranstaltet. Das Grußwort des Vorsitzenden des DNRT e.V. Prof. Detlef Czybulka zur Eröffnung der Tagung können Sie hier herunterladen. Die Tagung war interdisziplinär angelegt und behandelte nicht nur die rechtlichen, sondern auch die fachlichen Anforderungen an eine naturverträgliche Landwirtschaft in Mitteleuropa. Im Zentrum standen aktuelle Probleme des nationalen Rechts, daneben auch die Gemeinsame Agrarpolitik der EU und die sich ergebenden Probleme und Chancen im Hinblick auf die angekündigte GAP-Reform 2020. Der Flyer und das komplette Programm können hier heruntergeladen werden. Hinweise über die Publikation der Referate können in Kürze hier eingesehen werden. Am Rande des 13. Deutschen Naturschutzrechtstages fand auch die Jahres-Mitgliederversammlung des DNRT e.V. statt. Die Einladung zur Mitgliederversammlung kann hier heruntergeladen werden. Die Mitgliederversammlung hat angesichts der unübersehbaren Probleme der industrialisierten Landwirtschaft, insbesondere des manifesten Biodiversitätsverlusts, ein Zeichen für eine Agrarwende gesetzt und die Leipziger Erklärung des DNRT e.V. verabschiedet.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 13. DNRT in Leipzig (Foto: Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)